MTV Jever holt sensationell Bronze bei den Deutschen Pokalmeisterschaften in Hamm
von Tobias Masemann
Am frühen Donnerstagmorgen an Himmelfahrt machte sich mit Thorsten Hinrichs, Stefan Janßen, Oliver Jürgens, Pascal Wurm, Tobias Masemann und Jürgen Jürgens als Betreuer und Mann für alle Fälle ein Sextett auf den Weg nach Hamm, um an den Deutschen Pokalmeisterschaften der Verbandsklassen in der Klasse C in Hamm vom 14.05. bis 17.05.2026 teilzunehmen.
Allein die Qualifikation über den Bezirkspokal- und Landespokalsieg war schon ein Erfolg. Dennoch hatte man die leise Hoffnung und das Ziel die Gruppe zu überstehen und in die KO-Runde und damit in das Viertelfinale einzuziehen, auch wenn die Gegner anhand der TTR-Werte schon als sehr stark einzustufen waren, wobei TTR-Werte aufgrund der regionalen Unterschiede auch nicht immer alles aussagen, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung!
Nachdem wir in Hamm angekommen waren, das Hotel gefunden und uns gestärkt hatten (am Grill des Gastgebers Hamm), ging es um 15 Uhr am Donnerstagnachmittag im ersten Spiel gegen die Mannschaft des TV Colgenstein-Heidesheim (Rheinland-Pfalz) aus der Nähe von Mannheim.
Wie sich herausstellen sollte, spielten alle drei Gegner mit viel Material, Schnittwechsel und bevorzugten eher eine defensive Spielweise, so dass gleich eine harte Nuss zu knacken war.
Stefan durfte das erste Einzel spielen und stellte sich immer besser auf den Gegner ein, so dass er letztendlich bei 10:4 im fünften Satz sechs Matchbälle hatte, um uns in Führung zu bringen. Sein Gegner gab aber nie auf und plötzlich war das Spiel und der Punkt mit 10:12 weg. Das war erst einmal ein Dämpfer. Oli ging danach an den Tisch und lag auch mit 0:2 hinten, so dass uns früh ein hoher Rückstand drohte. Aber dieses Mal war es Oli, der das Spiel drehte und noch 3:2 gewann. Somit 1:1 nach den ersten beiden Einzeln. Danach schickten wir Pascal in den Court, der den Gegner mit Schnittwechsel gepaart mit überraschenden Angriffen auch überraschte und 3:1 gewann. Wir führten somit 2:1. Im Doppel legten Oli und Stefan eine 2:0-Satzführung vor, um doch noch in den fünften Satz zu müssen, wo sie zum Glück mit 11:7 die Überhand behielten. Wir führten 3:1. Danach gab es aber sowohl durch Stefan als auch Pascal 0:3-Niederlagen und schon stand es 3:3, so dass das Spiel von Oli über Sieg oder Niederlage entscheiden musste. Hier behielt Oli die Ruhe und fuhr ein souveränes 3:0 und damit den 4:3 Sieg ein. Was für ein Auftaktspiel!
Am Abend ging es lecker beim Mexikaner essen, bevor Thorsten, Jürgen und Pascal zusammen mit Coach Franz vom TTC Langweid und Trendel und Nico Schulz vom OTB noch eine innerstädtische Kneipe unsicher machten. Eine interessante Kombo mit vielen unterschiedlichen Gesprächsthemen. Und der eine oder andere lernte auch noch 42/18 kennen.
Am Freitagmorgen durften wir bereits um 9 Uhr gegen den SV Diera (Sachsen) aus der Nähe der Porzellanstadt Meißen ran, die in unserer 5er-Gruppe an 2 gesetzt waren.
Wieder machte Stefan den Auftakt und wieder wurde es ein Krimi. Stefan wehrte bei 10:9 im fünften Satz einen Matchball ab, um dieses Mal 12:10 zu gewinnen. Nervenstark! 1:0! Oli machte es weniger spannend und gewann 3:1, somit 2:0. Tobi führte 2:0 und 9:6 und machte es dann doch spannend, um am Ende dennoch 3:1 zu gewinnen, somit 3:0. Es lief wie am Schnürchen. Im Doppel mussten Oli und Stefan aber dann ein 2:3 hinnehmen (die einzige Doppelniederlage am ganzen Wochenende!), so dass es nur noch 3:1 stand. Oli legte im zweiten Einzel aber wie am Vortag ein souveränes 3:0 hin und der Sieg mit 4:1 stand fest. Das Viertelfinale war nun in Reichweite.
Erst einmal gab es aber wieder eine Mittagspause am Grill des Gastgebers, wo auch Pascal nach einem ausgiebigen Spaziergang wieder zu uns stieß. Um 15 Uhr wartete die topgesetzte Mannschaft Germania Schnelsen aus Hamburg auf uns. Dieses Mal legte Oli vor und hatte eine 2:1 Satzführung und drei Matchbälle bei 10:7. Aber wie auch bei Stefan hielt der Gegner dagegen und gewann leider nicht nur den vierten, sondern auch den fünften Satz zum 1:0 für Schnelsen. Tobi durfte dann die gegnerische Nr. 1 fordern und konnte ihn auch hier und da ärgern, aber am Ende blieb eine 1:3 Niederlage, somit 0:2. Als nächstes hatten wir Geheimwaffe Thorsten mit seinen Noppen aufgestellt, um die Jungspunde aus Hamburg zu überraschen. Jeder Satz war auch knapp, nur wollte Thorsten’s Gegner partout nicht auf die Noppen angreifen und „erdaddelte“ sich so den 3:0 Sieg. Damit auch insgesamt 0:3 gegen uns. Puuh! Im Doppel war aber auf Oli und Stefan wieder Verlass, die souverän 3:0 gewannen. 1:3. Geht da noch was? Oli durfte in sein zweites Einzel gehen und lag schnell 0:2 gegen die gegnerische Nr. 1 hinten, wehrte im dritten Satz drei Matchbälle und im fünften Satz nochmals zwei Matchbälle ab, um noch 3:2 zu gewinnen. Stark! Es stand auf einmal nur noch 2:3. Nun war wieder Thorsten gefragt und sein Gegner ging immer voll auf die Noppenbälle drauf und machte die Fehler, so dass Thorsten 2:1 nach Sätzen führte. Nun legte er aber auch die Taktik seines Mannschaftskameraden aus dem ersten Spiel gegen Thorsten an den Tag, wurde sicherer und siegte noch 3:2. Somit unsere erste Niederlage mit 2:4, aber wir hatten alles noch selbst in der Hand, wenn wir das nächste Spiel am nächsten Tag gewinnen. Am Abend ging es wieder schön Essen, weil die Player’s Party leider nicht stattfand. Ein kleiner Minuspunkt bei einer ansonst einwandfreien Ausrichtung dieser großen Veranstaltung über vier Tage.
Am Samstagmorgen um 10 Uhr galt es nun gegen die DJK Unterbalbach (Baden-Württemberg, rund 40 km von Würzburg entfernt) einen Sieg und damit das Viertelfinale einzufahren.
Erneut legte Stefan vor und das ganz souverän mit 3:0. Oli verlor nur den ersten Satz, um danach ebenfalls souverän 3:1 zu gewinnen und wir führten schon 2:0. Tobi durfte wieder die gegnerische Nr. 1 fordern, der bis zu seiner Verletzung im letzten Spiel ungeschlagen blieb, und führte sogar 2:1, aber bei 9:9 im vierten Satz spielte er dann auch zwei Sahnebälle, so dass Satz 4 und auch Satz 5 noch weggingen. Nur noch 2:1. Aber auf das Doppel Oli und Stefan war wieder Verlass, die 3:1 gewannen. Oli machte dann mit einem 3:0 den Sack zu und wir hatten 4:1 gewonnen und standen tatsächlich als Gruppenzweiter hinter Germania Schnelsen im Viertelfinale. Allein dies war schon ein großer Erfolg.
Das Viertelfinale war für den Samstagnachmittag um 16:30 Uhr angesetzt. Unser Gegner war der Gruppenerste der Gruppe D, der TTV Kötschlitz (Sachsen-Anhalt), der in der Nähe zwischen Halle und Leipzig beheimatet ist.
Wieder durfte Stefan das Match eröffnen, und wie! Stefan legte ein blitzsauberes 3:0 hin und brachte uns in Führung. Danach ging Oli an den Tisch. Auch wenn er nicht so performte wie in den vorherigen Spielen, kämpfte er sich durch das Match und gewann 3:2 und brachte uns mit 2:0 in Front. Sehr wichtig! Tobi hatte wieder das „Glück“, dass der Gegner seine Nr. 1 an Position 3 stellte (ist wohl in Mode ;-) ), hielt erneut gut dagegen, verlor aber wieder knapp mit 3:1. Es fehlen noch ein paar Prozentpunkte zu einer besseren Form. Egal, wir führten noch 2:1. Und erneut waren Oli und Stefan im Doppel gefordert und wieder gewannen sie, dieses Mal 3:1. Noch ein Punkt bis zum Podiumsplatz und der Medaille. Oli war wieder gefragt, kam aber nie so richtig ins Spiel und musste das Spiel mit 3:1 abgeben. Aber wir hatten ja noch Stefan, der nun richtig heiß lief und alles zog und traf, was da so auf seine Tischhälfte kam. Eine unglaublich starke Leistung, die mit einem 3:1 Sieg belohnt wurde und uns den 4:2 Sieg bescherte. Wir standen sensationell im Halbfinale.
Hier wartete am Sonntagmorgen um 9 Uhr der Topfavorit, der TSV Gräfelfing aus München, der u.a. einen ehemaligen Zweitligaspieler dabei hatte und bei den TTR-Werten im Schnitt gut 200 Punkte über uns lag. Bevor wir uns auf in dieses Spiel machten, gab es am Abend aber natürlich wieder ein leckeres Essen und nette Konversationen mit anderen Teams im Hotel.
Sonntagmorgen waren alle fit und freuten sich auf das Spiel. Als erstes durfte Oli an den Tisch gegen einen Gegner mit über 1900 TTR-Punkten. Dennoch war Oli jederzeit voll im Spiel, hatte bei 1:2 noch einen Satzball zum 2:2, musste dann aber mit 10:12 und 1:3 gratulieren. Dennoch eine starke Leistung. Stefan hatte dieses Mal die gegnerische Nr. 1 und lieferte wieder eine tolle Leistung ab, die aber beim 13:15, 9:11 und 13:15 nicht belohnt wurde. 0:2! Tobi brauchte leider zwei Sätze, um das Spielsystem seines Gegners besser zu lesen, gewann Satz 3 und hatte Möglichkeiten in Satz 4, verlor aber ebenfalls 1:3. Nun schon 0:3. Aber wir haben ja unser Doppel Oli und Stefan, die ein 0:2 in einen 3:2 Sieg drehten, so dass es nur noch 1:3 stand. Oli forderte dann die gegnerische Nr. 1 und war auch hier nahe am fünften Satz, musste sich aber mit 1:3 geschlagen geben. Damit war das 1:4 besiegelt, aber wir waren trotzdem sehr zufrieden und glücklich, denn die absolut überraschende Bronzemedaille bei den Deutschen Pokalmeisterschaften der Klasse C war uns nicht mehr zu nehmen.
So konnten wir uns bis zur Siegerehrung ganz in Ruhe die Finalspiele anschauen und u.a. unsere niedersächsischen Kollegen vom OTB im Finale der Klasse A unterstützen, auch wenn sie am Ende leider nach 3:0 Führung noch 3:4 unterlagen. Das Finale der Klasse C hat der TSV Gräfelfing übrigens überraschend gegen den DJK Dossenheim 2:4 verloren, den sie zuvor in den Gruppenspielen noch 4:2 geschlagen hatten.
Insgesamt muss man sagen, dass es trotz allem sportlichen Wettstreit immer ein sehr faires und herzliches Miteinander unter den Mannschaften war, man sich ausgetauscht hat und teilweise neue Bekanntschaften entstanden sind. So hat Thorsten auch eine Einladung von Coach Franz vom TTC Langweid erhalten, sie doch einmal zu besuchen. Der TTC Langweid war im gleichen Hotel wie der OTB, Dinklage und wir, so dass Franz es sich auch nicht nehmen lassen hat, unsere Jungs bei einer abendlichen Tour zu begleiten. Die niedersächsischen Teams wie der OTB oder die Damen des TV Dinklage haben sich wo möglich, wenn man nicht selbst gespielt hat, gegenseitig unterstützt, aber auch andere Teams, die man an diesem Wochenende kennengelernt hat, wie der TTC Langweid oder Post SV Zeulenroda, wurden unterstützt. Das waren einfach rundum gelungene 4 Tage mit einem sportlichen Sahnehäubchen!