Schöppenstedt ist eine Nummer zu groß für den MTV Jever
von Dr. Michael Rudolph
Trotz bester Besetzung verliert der MTV das Spitzenspiel mit 3:7. Im Rückspiel wollen die Jeveraner eine neue Chance nutzen.
Der MTV Jever hat das Spitzenspiel gegen den TSV Schöppenstedt mit 3:7 verloren. Die Gastgeber traten in ihrer stärksten Besetzung an und wollten dem großen Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg in die 3. Bundesliga Paroli bieten. Doch Schöppenstedt erwies sich an diesem Tag als eine Nummer zu groß.
Rund 150 Zuschauer waren live in der Halle dabei, weitere 3.100 verfolgten die Spiele der Spitzenspieler im Netz über den Livestream.
Der MTV Jever beim Heimspiel gegen den TSV Schöppenstedt.
Nach den Doppeln war noch alles offen. Mit einem 1:1 ging es in die Einzel. Dort geriet Jever vor allem im oberen Paarkreuz ins Hintertreffen: Alle vier Begegnungen gingen an die Gäste. Diese 0:4-Bilanz wog schwer und ließ dem MTV im weiteren Verlauf nur wenig Spielraum.
Im unteren Paarkreuz waren die Möglichkeiten größer. Jever hatte Chancen, dem Spiel noch eine andere Richtung zu geben, kam aber auch hier nicht über ein 2:2 hinaus. Zusammen mit dem Punkt aus den Doppeln reichte das am Ende nur zu drei Zählern.
Die Begegnungen Nicolas Burgos gegen Samuel Kulczycki und Mehdi Bouloussa gegen Kim Taehyun waren die absoluten Höhepunkte des Tages. Burgos und Bouloussa verloren jeweils im entscheidenden Satz mit nur wenigen Punkten Unterschied. Auch Turrini und Lebesson lieferten sehenswerte, kampfbetonte Partien, die das Publikum begeisterten.
Gerade der Livestream gibt der Bekanntheit des Tischtennissports einen enormen Schub. Er macht solche Begegnungen für ein viel größeres Publikum zugänglich und lässt auch Zuschauer außerhalb der Halle mitfiebern.
Die Niederlage hinterlässt deshalb auch das Gefühl, nicht alles aus den eigenen Möglichkeiten gemacht zu haben. Gerade in solchen Spitzenspielen müssen die entscheidenden Chancen genutzt werden. Wer sie verstreichen lässt, kann gegen einen starken Gegner kaum gewinnen.
Dass Schöppenstedt selbst ohne seine bestmögliche Aufstellung in Jever erfolgreich war, zeigt die Stärke und Breite des Gästekaders. Mit 16 Neuzugängen in dieser Saison hat der TSV seine personellen Möglichkeiten deutlich erweitert. Für die Jeveraner ist Schöppenstedt damit der klare Favorit auf die Meisterschaft.
Beim MTV richtet sich der Blick nun auf die weiteren Aufgaben. Die Mannschaft will das Beste aus der Saison machen und sehen, was die Rückserie bringt. Besonders auf das erneute Duell in Schöppenstedt freuen sich die Jeveraner schon jetzt. Dort wollen sie ihre Chancen besser nutzen und versuchen, das Ergebnis zu ihren Gunsten zu drehen. Die Zuversicht für das zweite Spitzenspiel bleibt.