Erste taumelt in Abstiegszone

Mit leeren Händen nach klaren Niederlagen in Marklohe und Hagenburg kehrte TT-Oberligist MTV Jever am Sonntagabend vom Auswärtstrip an Mittelweser und Steinhuder Meer zurück und muss mehr denn je um den Ligaverbleib bangen. Dabei sollten in den Mittelfeldduellen mit den benachbarten Rivalen vom SC Marklohe und dem TSV Hagenburg eigentlich jene Punkte eingefahren werden, die zum Klassenerhalt benötigt werden. Insbesondere die internationalen Verpflichtungen von Jevers Topspieler Nicolas Burgos, immerhin Nr. 19 der Jugendweltrangliste, machten aber im Grunde schon vor dem ersten Aufschlag einen dicken Strich durch die optimistische Punktekalkulation. Zwar stellte der MTV mit Janek Hinrichs den bestmöglichen Ersatz, dass Burgos aber nicht zu ersetzen ist, zeigte sich zunächst beim 3:9 in Marklohe. Ohne Burgos war Jevers Spitzendoppel Burgos/Fabian Pfaffe (10:3 Siege) gesprengt, die neu formierten Kombinationen Pfaffe/Laskowski, Dugiel/Kohlrautz und Mesler/Hinrichs wehrten sich tapfer, gingen aber allesamt leer aus. Nach einer etwas zu deutlichen 0:3-Schlappe von Pfaffe gegen Marklohes Topspieler Nicolai Marek, der Pfaffe im Hinspiel noch unterlegen war, sorgte Adrian Dugiel für den ersten Jever-Zähler – bezeichnenderweise kampflos, denn Gegner Björn Ungruhe trat aus unerfindlichen Gründen gegen den offenbar als zu stark eingeschätzten Abwehrkünstler nicht an. Gegen Fabian Pfaffe hatte sich Ungruhe dann anscheindend vom Eingangsdoppel erholt, Pfaffe aber war nicht nur physisch ebenbürtig, er bewies auch das stärkere Nervenkostüm und kam nach 0:1-Rückstand zu drei knappen Satzgewinnen und siegte somit 3:1. Den dritten Sieg für den MTV erstritt Florian Laskowski, der mit seinem schlauen und variablen Angriffsspiel den offensivstarken Thilo Marschke 3:1 in die Schranken wies. Laskowskis Niederlage gegen SCM-Dreier Niklas Matthias aber besiegelte die klare Niederlage nach exakt dreistündiger Spielzeit. Sogar noch etwas schneller war die Partie beim 4:9 in Hagenburg beendet. Dabei startete die MTV-Sechs trotz der ungünstigen Vorzeichen kämpferisch und mutig in das Match. Abermals wurden die Doppel neu kombiniert, Dugiel/Kohlrautz kamen als Doppel 3 zu einem wichtigen Sieg, Pfaffe/Laskowski und vor allem Mesler/Hinrichs agierten jedoch glücklos und bezogen knappe Niederlagen. Besonders bitter war anschließend Fabian Pfaffes 2:3-Schlappe gegen Gintautas Juchna, seines Zeichens bester Spieler der Oberliga. Pfaffe startete furios gegen den litauischen Händchenspieler und zog schnell auf 2:0 davon, ehe der stärker werdende Juchna die Partie doch noch umbog und 3:2 gewann – besonders für die Moral der Marienstädter wäre Pfaffes Sieg natürlich Gold wert gewesen. So war es abermals Adrian Dugiel, der für den ersten Einzelsieg der MTVer sorgte, als er den jungen Rimas Lesiv mit 3:2 niederrang. Stark agierte auch Jevers drittes Paarkreuz mit Patrick Kohlrautz und Janek Hinrichs, die gegen das als anfällig eingeschätzte letzte Drittel der Hagenburger zwei bombensichere Siege einfuhren – Wiederholung für Durchgang zwei nicht unwahrscheinlich. Dass Kohlrautz und Hinrichs kein weiteres Mal an die Tische durften, lag an Hagenburgs litauischer Mitte, die gegen Florian Laskowski und Christian Mesler in vier Matches nur einen Satzverlust zuließ. Nach Meslers 0:3 gegen Ernestas Mincevicius und gerade einmal 170 Minuten Spielzeit war damit auch die zweite Partie des Wochenendes gelaufen. Wenngleich damit noch nichts entscheiden ist – der MTV ist im Tabellenkeller angekommen und muss zwingend am nächsten Wochenende punkten, wenn es an eigenen Tischen gegen die noch hinter Jever platzierten Teams aus Wolfenbüttel und Hude geht.

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