2. Herren im Reich der Sinne

Nachdem der Chronist durch Urlaub und Schreibblockade den Bericht zum letzten Spiel der ruhmreichen 2. Herrenmannschaft unterschlagen hat, soll der augenscheinliche Sensationserfolg an der Wümme nicht verschwiegen werden.

Am Samstag, 27.10.12, 16 Uhr Ritterhude Ortszeit. Durch jugendliche Verstärkung aus der Niedersachsenliga, namentlich Julian Meißner, vervollständigt machten sich die Knappen auf den Weg die Ritter im Turnier zu bezwingen. Die Doppel blieben nahezu unverändert zur Vorwoche, nur Ralf bekam einen neuen Vornamen als Partner. Marek und Paulius ließen auch nichts anbrennen und siegten relativ sicher gegen Binder/Heimbrock. K+K sollten dem Topdoppel Wagner/Mühlmann gegenübertreten. Daraus entwickelte sich ein eher komisches Spiel. Je nach Stellung wurde hüben wie drüben sicher gewonnen und so musste der 5. Satz entscheiden. Dort lief erst nichts bei der Familie, am Ende aber wieder Alles. Bei 3:9 gab niemand einen Pfifferling auf die Familie. Doch grandiose 120 Sekunden später guckte die ganze Halle eher betröppelt drein, Die ganze Halle? Nein! Denn die mitgereisten Cheerleader der Friesen feierten den Doppelsieg der Knappen (11:9) und die 2:0 Führung. Auch im 3. Doppel, Boumann/Meißner gegen Stelljes/Pankow sah aber auch gar nichts nach einem Sieg für Friesland aus. 2 Sätze wurden die Returns fachgerecht in der Halle verteilt, nur der Tisch spielte dabei eine eher einsame Rolle. Erst im 3. Satz brachten beide auch mal einen Ball auf das Geviert und plötzlich resultierten daraus auch Punktgewinne. Das zeigte Wirkung, bei den Gegnern wohlgemerkt. Ralli und Julian setzten nun Nadelstiche, wie eine Näherin und holten sich die beiden nächsten Sätze. Im 5. Satz dann verteiltes Spiel mit dem besseren Ende für: FRIESLAND Kurz hochgerechnet und erkannt, man verliere nicht mehr so hoch. Allerdings wollten Marek und Paulius sowieso nicht verlieren, wieso auch. Paulius hatte ein wenig Mühe mit Abwehrer Siegfried Wagner, zugegebenermaßen auch ein Meister seines Faches. Trotzdem hatte Paulius, mit neuem Schuhwerk bewaffnet, die richtigen Pfeile im Köcher. 4:0 Marek hatte ein ebenso dickes Brett zu durchbohren um gegen Andre Binder im 5. Satz zu triumphieren. Daniel kassierte gegen Heimbrock seine erste richtige Klatsche. Nicht einmal 5 Minuten Spielzeit und 2:11, 3:11, 2:11. Da kam man nur beim Ballholen ins Schwitzen. Der Spielführer hatte eigentlich einen ganz guten Gameplan. Nutzte aber nichts, denn bei 9:9 im 5. Satz fehlte ein wenig Glück und Selbstvertrauen. 5:2 Julian hatte es dann mit Kurven-Kalle Frank Mühlmann zu tun. Der spielt eher unrhythmisch und wenig gerade. Trotzdem zeigte Julian sein Potenzial und konnte zumindest einen Satz verbuchen. Ein undankbarer Gegner im ersten Einzel. Ralf hatte dann gegen den starken Stefan Pankow, beidseitig mit Topspin ausgestattet, keine wirkliche Chance und das Spiel war wieder ausgeglichen. 5:4 Obig wurde es wieder knapp. Sowohl Marek gegen Wagner als auch Paulius gegen Binder mussten lange stricken um die nächsten beiden Spiele einzufahren, das war Alles andere als leicht. Thorsten bekam gegen Heimbrock mehr als doppelt so viele Punkte wie Sohnemann, das langt aber nicht um Sätze oder gar Spiele zu gewinnen. Immerhin dauerte das Spiel 6:30 Minuten. Daniel zeigte sich mehr als erholt vom ersten Spiel. Gegen Rolling Axel (wegen seiner Rollaufschläge) ging aber im ersten Satz noch nichts, zu ehrfürchtig vor den Aufschlägen agierte der Jungspund. Axel indes wollte wohl Kräfte sparen, klappte auch gut, nämlich für uns. 11:4, 11:5 für DK. Im 4. Satz dann noch mal aufbäumen beim Gegner. Wie das aber oft so ist, von 50% auf 100% klappt selten, Daniel hatte ebenfalls etwas dagegen und so holte sich der Youngster Satz und Sieg, das Remis war bereits sicher. Ralf stand dann quasi einem Ebenbild, zumindest vom Spielsystem abgeleitet, gegenüber. Fünf lange Sätze wurde gekontert was das Zeug hält. Wer war siegreich? Natürlich Ralli. Unfassbarer Erfolg beim Titelaspiranten. Entsprechend verteilt war die Stimmung in der Arena. Trotzdem eine freundliche Atmosphäre bei Bier, Würstchen und mehr. Eine Woche später dann Tabletennis on Ice Ferienzeit=Eiszeit so könnte man die Hallenatmosphäre in der Arena zu Jever nennen. Entgegenkommend wie Behörden nun mal sind, wurde technisch alles erdenklich Mögliche unternommen, damit die Spieler nicht an Überhitzung zu Schaden kommen. Da nur Kalt nicht reicht, wurde auch dem Hallenboden die Haftung entzogen, dadurch glich das Ganze am Wochenende zwischenzeitlich eher einer Darbietung der ewig jungen Denise Bielmann in einer Hollywoodproduktion. Der Coach hatte in Anbetracht dieser klimatischen Bedingungen auf ein Mitwirken verzichtet um den jungen Spielern, wie Ralf Boumann usw., eine weitere Bewährungsprobe zu ermöglichen. Weißrussische Unterstützung war zudem vorhanden, konnte eigentlich nichts schiefgehen. Die TSG Dissen war allerdings am Samstag nicht angereist um uns zu huldigen, sondern waren gewillt, Zählbares mitzunehmen. Den Rekord für die meisten Doppelpaarungen haben wir bereits gebrochen, gebracht hat es uns gegen die Teutoburger allerdings nur wenig. Paulius/Mikalai konnten zwar maßstabsgerecht die Führung erspielen, die Marek/Ralf postwendend wieder ausglichen. Sergej und Daniel fanden selten ein Mittel gegen Materialfuchs Lippelt und Redeker und die Mareinstädter lagen erstmal 1:2 im Rückstand. Marek konnte dann nicht an seine Leistung der letzten Woche anknüpfen und gratulierte Lutz Heitz zu seinem Sieg, während Sergej gegen Frank Wehrkamp-Lemke mühelos den Anschluß wieder herstellte. Mittig wurde Paulius seiner Favoritenstellung voll gerecht, nur Mikalai hatte mit dem 74jährigen Seniorenweltmeister Dieter Lippelt seine liebe Mühe. Anti scheint man in Minsk nicht zu kennen, anders ist das nicht zu erklären. Alle Bemühungen schienen nicht zu fruchten, trotzdem konnte sich Mikalai mit einem 3:1 ins Ziel retten, großer Sport sieht allerdings anders aus. Da Bundeskaderspieler Jona Schlie nicht anwesend sein konnte, hat sich Dissen mit Daniels Angstgegner Jannis Lippold verstärkt. Gegen diesen hat Daniel seit 3 Jahren nicht mehr gewonnen. Das sollte diesmal anders laufen, so die Planungen vom Chefcoach, schließlich hat man viel und gut trainiert. Jannis aber auch. So entwickelte sich ein sehenswertes Match, das erst spät im 5. Satz entschieden wurde. Wie geplant für den Neufriesen, aber knapp. Ralli haderte anschließend mit dem Glück, einige gut vorbereitete Ballwechsel endeten, vor allem in der Verlängerung, oft mit Netz und Kante seines Kontrahenten Jannis Redeker. 5:4 Marek hatte am Samstag falsch gewachst. Auch gegen Wehrkamp-Lemke ging nichts und der Ausgleich war für Dissen geschafft. Sergej hatte anschließend genauso wenig Mühe mit Lutz Heitz. Da merkt man die Woche German Open ganz deutlich. Mikalai zeigte dann Angriffstischtennis wie gewohnt und bezwang Jan Hendrik Gessat in einem guten Match am Ende sicher und auch Paulius hatte den Dreh bald raus, um Dieter Lippelt den Stecker zu ziehen. 8:5 Daniel gegen Redeker sah dann allerdings aus wie ein Spiel bei den German Open zwischen zwei asiatischen Abwehrspielerinnen. Beide ohne Angriffsball und 90 Minuten Spielzeit. Das dachte sich auch Kollege Redeker und verzichtete quasi gänzlich auf aktiv Spielteilnahme und wartete. Daniel tat ihm den Gefallen auch, allerdings ohne jegliche Idee. Folglich verlor er den ersten Satz durch unzählige Schupffehler und den zweiten Satz mit unzähligen Topspinfehlern. Der Coach stellte ob der Darbietung seine Unterstützung umgehend ein, zu grausam das Gesehene. Geändert hatte sich irgendwie nichts, aber bei 2:6 spielte Daniel einfach mal 3 Bälle auf den Tisch. Das reichte schon und der Satz ging doch noch an den Kleinen. Auch Satz 4 lief plötzlich besser und Redeker hatte dem, auch aufgrund seiner Inaktivität, nichts mehr entgegenzusetzen. Damit war der zweite Heimerfolg mit 9:5 eingetütet und Platz 2 in der Tabelle verteidigt. Sonntagmorgen empfing der Jever-Sechser (sollte vielleicht olympisch werden) die Zweitvertretung des TUSG Ritterhude. Der Tabellenvorletzte stellte keine wirkliche Hürde dar. Leicht mit 9:2 konnten die Mannen das Heimspiel gewinnen. Nur das Doppel Marek/Ralf gegen Wrieden/Kauert und Ralf gegen Haumersen (9:11 im 5. Satz) konnten ihre Spiele nicht siegreich gestalten. Nach knapp 2 Stunden wurde die Tabellenführung ohne nennswerte Störungen übernommen. Kein Spielwochenende ohne Überraschungen. Es traf diesmal (oder wie immer) den Teamchef. Zu seiner Überraschung hatte es ein kleines Tierchen im Motorraum so heimelig gefunden und den Hunger mit einem Zündkabel gestillt. So musste Sonntagmorgen der ADAC ausrücken, den Schaden so zu beheben, dass die Besatzung des Bassumer Heimatexpresses auch wieder die Heimreise antreten konnte. Weiter geht die Jagd nach der Herbstmeisterschaft am 25.11.12 in Oldendorf. Alles wird gut Der Coach FOTOGALERIE

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