"Jopi Heesters-Truppe" manövriert Deutsche Meisterschaften ins Chaos
Vorweg:
- Schöne Grüße an Pamela Müller aus der "Schwiez", die es sich nicht nehmen ließ, sich mit uns zu unterhalten und unseren norddeutschen Humor (vorgeimpft durch St.-Peter-Ording) in allen Facetten (sie kannte das Wort "schnacken") nicht nur aufnehmen, sondern auch noch darüber herzlich lachen konnte. Es ist sehr erfreulich, dass der Berufsstand der Visagisten solch nette Protagonisten hervorbringt
- Wunsch: Ich hoffe, dass ein nicht näher zu nennender, aber bekennender Lauffreak, seine Schließmuskelprobleme in der Zukunft in den Griff bekommt.
Nun zum Verlauf des Turniers:
Da waren sich die Teilnehmer und auch unsere Truppe einig: die Ausrichtung der Meisterschaften kann als Lehrbeispiel dafür herhalten, was alles der Organisation von Veranstaltungen dieser Größenordnung schief gehen kann.
Die Turnierleitung, zufällig besetzt mit Organisationsgenies, mit Verlaub weit jenseits 70 +, war mehr als überfordert.
Unsere Truppe, noch gezeichnet von den Strapazen der Anreise und eines erforderlichen Absackerzeremoniells, fand sich pünktlich zum Frühstück um 6.30 Uhr im Hotel ein, um dann ebenso pünktlich den vorgegeben Meldezeitpunkt des Turniers, 8.00 Uhr, einzuhalten.
Gemäß Zeitplan sollte es für die Betriebssportler mit Vereinstätigkeit dann um 9.00 Uhr losgehen.
Kurz vor Neun stimmte uns eine Ehrungsprozedur, gleichwohl die Ansagen doch recht unverständlich rüber kamen. hoffnungsfroh auf einen pünktlichen Beginn ein.
Doch weit gefehlt.
Wie sahen irgendwann so um halb Zehn Jopi 2 mit einer neuen Rechneranlage an uns vorbeistraucheln.
Dies gab uns schon eine Ahnung auf bestehende technische Probleme.
So war es denn auch. Ohne Erklärungen warteten die Teilnehmer auf erste Ansagen von Spielpaarungen.
Ich weiß nicht mehr genau, aber ich meine so gegen 11./11.30 Uhr wurden die ersten Paarungen aufgerufen.
Hier legte Jopi 1 den eigentlichen Grundstein für das Chaos, denn der Wettbewerb startete mit den Mixed-Konkurrenzen.
Allgemeines Entsetzen machte sich breit.
Exakt um 13.05 Uhr, unsere "Wartezeit" hatte sich bis dahin auf 4 Stunden,. 5 Minuten, summiert, ging es dann endlich mit den Doppeln los.
Alle machten sich mit Eifer ans Werk.
Je nun, jetzt traf uns der nächste Organsiationshöhepunkt.
Jopi 1 rief alle zur Ballruhe auf und gab in aller Seelenruhe bekannt, dass die Doppelpaarungen nicht die Richtigen seien.
Es wurden versehentlich KO-Spiele statt Gruppenspiele aufgerufen.
Nun ja, da hieß es wieder Platz nehmen und auf erneute Aufrufe warten.
Blitzschnell, so gegen 14.15 Uhr, standen die Gladiatoren dann wieder an den Tischen, um erste, offizielle Doppelkämpfe zu absolvieren.
Der Wettbewerb nahm nun doch Formen an. Alle fragten sich jedoch, wie denn jemals der Zeitplan, das Buffett und die Siegerehrung sollten um ab ca. 20.00 Uhr starten, eingehalten werden würde.
Irgendwann fingen dann auch die Einzelwettbewerbe an.
Wieder legten sich alle ins Zeug, denn die Gruppenersten und Gruppenzweiten konnten die Hauptrunde erreichen.
Neben Gruppenersten konnten wir auch Gruppenzweite vermelden, dabei auch Timo und Hans-Jürgen.
Hans-Jürgen als gewitzter Stratege, konditionell ob seiner beruflichen Herausforderungen nicht ganz auf der Höhe, war mit 2 Siegen schon als Gruppenzweiter qualifiziert und schonte sich demgemäß im dritten Spiel, in dem es um den Gruppensieg ging.
So weit, so gut. Doch während die Gruppenspiele noch liefen, gab Jopi 1 bekannt, dass nur die Gruppenersten sich für die Hauptrunde qualifizieren würden.
Den so betroffenen Spielern fehlten zuerst die Worte und dann jegliches Mitgefühl für die Turnierleitung.
Unmut machte sich spätestens jetzt, bislang hatten die Akteure noch einen gewissen Langmut bewiesen, in gehöriger Form breit.
Mittlerweile gab es durchaus Stimmen, die ungehörigerweise meinten, Anfahrten so zwischen 400 - 600 Km sowie Startgelder für 2 Tage von 31 EUR müssten doch auch Voraussetzung für das Spielen von anzahlmäßig angemessenen Partien sein bzw. das zumindest rechtfertigen. Man wäre ja schließlich zum Tischtennisspielen angereist. Derartige unqualifizierte Argumente konnten aber bei den Verantwortlichen nicht verfangen.
Erste Teilnehmer befassten sich bereits mit den Gedanken zur Abreise von diesem Turnier.
Diesen Schritt vollzogen schon Nichtvereinsspieler.
Parallel zu den Vorkommnissen in unserer Halle der Vereinspieler gab es in der Halle Nichtvereinsspieler einen respektablen, so noch nicht da gewesenen Eklat.
Waren doch gemeldete Spieler nach geraumer Zeit noch nicht zum Spielen aufgerufen.
Auf Nachfrage wurden diesen mitgeteilt, dass man sie vergessen hätte und sie eben Pech gehabt hätten.
Daraufhin verließen in einem Akt unglaublicher Solidarität die Spieler der betroffenen Altersklassen die Halle, was zum Abbruch dieser Konkurrenzen führte.
Weiter ging es in der Halle der Vereinsspieler.
Hier wurden Jopi 2 und eine Jopi-Schwester, die sich auch mit Spielansagen versuchte oder zumindest am Sprechertisch saß, durch eine möglicherweise geistig und körperlich in der Blüte stehende Dame abgelöst.
In einem großzügigen Akt der Zeitvergeudung wurden die Spielpaarungsansagen sehr höflich, sprachlich nachvollziehbar und am Ende durchaus zielführend angesagt.
Hier ein Beispiel: Die Herren Schulze und Müller sowie Franze und Panze werden zum Sprechertisch gebeten um an Tisch 8 spielen zu können.
Na ja, Tisch 8, Namen nennen und Becher abholen lassen wäre vielleicht kürzer gewesen. Man soll ja nicht zu kritisch sein.
Nur mal so zwischendurch: es waren 24 Tische in der Halle aufgebaut. Während der ganzen Turniers waren jedoch, wenn es hochkommt, maximal die Hälfte überhaupt besetzt.
Wer hieraus Organisationsmängel ableitet, liegt vielleicht, sehr vorsichtig betrachtet, nicht so ganz verkehrt.
Nun aber wieder zum Sport.
Es ging auch jetzt nicht wirklich voran, denn nun fiel auch noch die Lautsprecheranlage aus.
Ob jemand ins Mikro statt in seine liebevoll zurecht geschnetzelten Apfelscheibchen, gebissen hat, lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren.
Jopi 2 sah sich rein volumensmäßig nicht in der Lage, weitere Spielpaarungen auszurufen.
So übernahmen teilnehmende Spieler in völliger Selbstüberschätzung ihrer organisatorischen Fähigkeiten die Aufgabe, sich ihre Spielpartner, die ja nicht wirklich, da aus ganz Deutschland kommend, bekannt, zusammen zu suchen.
Irgendwann erschallte dann doch wieder etwas aus den Lautsprecherboxen, so das die Veranstaltung wie bislang zügig weiter geführt werden konnte.
Einige begeisterte Leser dieser Zeilen fragen sich sicher schon, wie es denn um die Spieler stünde, die um 20.00 Uhr (und so spät war es, glaub ich auch gerade), Zeitpunkt der Buffetteröffnung, noch spielen müssten.
Aber Achtung, auch hieran hatte die mit allen Wassern bzw. Äppelwoi gewaschene Turnierleitung selbstredend gedacht.
Die Athleten wurden gebeten. ihre Spiele einzustellen und sich, weil es ihnen ja zustünde, erst mal richtig den Wanst voll zu hauen und anschließend wieder ihrem Hobby nachzugehen und die anstehende Spiele gesättigt und in aller Lockerheit fortzusetzen.
Man sah es Jopi 1 an, er konnte die von den noch im Wettbewerb Befindlichen Reaktionen, die von Lachanfällen bis hin zu Weinkrämpfen reichten, nicht nachvollziehen.
Wenn einem so viel Gutes wird beschert, das ist doch auch mal ein Lob wert. Immerhin knurrte sicherlich auch der sich aufopfernd einsetzenden Heesterstruppe der Magen.
Wie auch immer, keiner der Spieler rührte einen Fuß gen Restaurant, so dass sich Jopi 1 dazu durchringen konnte, es den Spielern freizustellen, ob sie sich mit sportlergerechten Nahrungsmitteln wie Sauerkraut und Frankfurter Kochfleisch belasten wollten.
Aufatmend wurden die Spiele fortgesetzt, nur noch unterbrochen von der Ansage, dass nach eingehender Befragung des verantwortlich zeichnenden Koches, die so heiß begehrten Kalorienauftanker auch noch um 22.00 Uhr zur Verfügung stehen würden.
Einwürfen wie, dass doch keiner wisse, ob um 22.00 Uhr alle fertig seien, wurde professionell mit einem müden Lächeln entgegen getreten. Tatsächlich wurde das letzte Spiel so gegen 22.30 Uhr beendet.
Einen hab ich noch von diesem Tag: Ein Gruppensieger wunderte sich, als in seiner Klasse die Halbfinalspiele aufgerufen wurden, dass er nicht an den Spielen bis dahin beteiligt wurde. Unerhörterweise begab sich der Sportler zu der uns bekannten Truppe. Dort wurde ihm beschieden, dass er Pech gehabt habe, denn man habe ihn als Gruppenzweiten im Computerprogramm erfasst, obgleich der Spielzettel ihn als Gruppensieger ausgewiesen hat. Unverfroren bestand jedoch der Spieler darauf, in das Turnier weiter eingreifen zu wollen. Und hier geschah das höchst Unerwartete. Die Halbfinals wurden zurückgepfiffen und der Spieler durfte sein Viertelfinalspiel noch austragen. Die hierdruch eingetretene Zeitersparnis kann nicht hoch genug bewertet werden.
Nach diesem gelungenen ersten Turniertag ist die Heesters-Truppe sicherlich im Wissen um ihre einmalige und herausragende Leistung mit ruhigem Gewissen in ihre wohlverdiente Nachruhe entschlummert.
Genau das haben wir auch gehofft, denn nur ausgeruht kann man die Herausforderungen des kommenden Tages angehen.
So genesen von den Strapazen des ersten Tages ließ die Führungsriege das Turnier am Sonntag zwar später, aber schon eine halbe Stunde nach ursprünglichem Zeitplan, beginnen.
Dies ist um zu mehr zu würdigen, als doch schon etliche Teilnehmer abgereist waren und es wirklich schwer war, festzustellen, wer denn noch da sei und dann noch das dezimierte Feld neu aufzurollen.
So gab es in einer für uns betroffenen Altersklasse im Mannschaftswettkampf die unglaubliche Anzahl von ca. 17 Mannschaften.
Es wurde dann in Gruppen von 3 bis 4 Mannschaften gekämpft.
Natürlich gab es auch eine Gruppe mit 1 (in Worten Eins) teilnehmenden Mannschaft. Diese konnte sich also ohne ein Spiel gespielt zu haben, für die KO-Runde qualifizieren. (Kleine Anmerkung: Diese Mannschaft, ich hoffe ich trete da keinem zu Nahe, aber eigenes Bekunden eines Spielers dieser Mannschaft, konnte nicht als wirklich stark bezeichnet werden.
Durch diese Glanzleistung flexiblen Umgangs mit aktuell eintretenden Ereignissen schwang sich die Organisationsleitung zu ungeahnten Höhen auf. So wurde in der AK 3/4 von vornherein ein Modus festgelegt, nämlich dass nur die Gruppenersten in die KO-Runde kommen würden. Dies riss die betroffenen Mannschaften bzw. deren Spieler zu wahren Beifallsstürmen hin. Es wurde merklich lauter in der Halle. Der Sturm raste bis zum Sprechertisch, wo sich die, wie so manche meinten, beratungsresistente Turnierführung, unnachgiebig an ihrer Entscheidung festhielt. Schon bekannte Argumente stachen zum wiederholten Male nicht, so dass sich die Teilnehmer mit großer "Freude" darauf einigten, den Wettbewerb nicht fortzusetzen und unmittelbar die Heimreise anzutreten.
Soweit mir zu Ohr gekommene Ereignisse ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
PS:
- Für Erklärungen, die ich hier für Pannen gegeben habe, waren zusammengetragene Informationen anderer Spieler/innen maßgeblich, denn die Heesters-Truppe gab keine offiziellen Erklärungen, geschweige denn Entschuldigungen, ab
- Ich bitte um Verständnis, dass die Darstellung für mich nicht machbar war, ohne ins Satirische abzugleiten (aber sowas habe ich bzw. haben wir noch nicht auch nur ansatzweise erlebt)
- Sicherlich ist zu bedenken, dass es sehr schwierig ist, für die Veranstaltung Ausrichter zu finden. Da kann über sehr Vieles hinweg gesehen werden. Respekt, dass sich die handelnden Personen für die undankbare Aufgabe der Organisation zur Verfügung gestellt haben. Gleichwohl kann das Fazit wegen der Beratungsresistenz nur so ausfallen wie beschrieben. Hinzu kommt, dass an Startgeldern allein für unsere Truppe 31 EUR pro Person zu berappen waren. Wir sind mit 2 PKW`s jeweils 1000 Km gefahren, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Das kostet etwas genauso wie die Unterkunft für 2 Tage. Auch das Buffett war mit 17 EUR pro Person sicherlich nicht billig.