MTV Jever schafft vierten Sieg am Stück

Der Tischtennis-Regionalligist MTV Jever hat die Hinrunde der vierthöchsten Liga mit einem starken 9:5 gegen den SC Poppenbüttel beendet. Zwar reisten die Gäste aus Hamburg mit zwei Ersatzleuten an, der Schlüssel zum vierten Heimsieg lag indes nicht im Hamburger, sondern im Friesländer Personal. Fast schon standesgemäß trugen alle sechs MTVer zum hochverdienten Erfolg bei. Bereits die Doppel verliefen vielversprechend und resultierten in einer 3:0-Führung: Kiryl Barabanov/Philipp Flörke gaben sich gegen die mehrfach benoppte SCP-Kombination Alexander Kellert/Pascal beim glatten Sieg keine Blöße, auch Florian Laskowski/Fabian Pfaffe blieben gegen das Reservisten-Duo Andreas Borszcz/Stephan Rauterberg ohne Satzverlust. Im Duell mit dem Einserdoppel der Gäste hatten es Audrius Kacerauskas/Marek Janssen ungleich schwerer – gegen Frank Sternal/Michael Zibell kamen die beiden Angreifer nach verlorenem ersten Satz aber besser ins Spiel und sicherten sich die nächsten drei Sätze. Eine Vorentscheidung war diese frühe Führung freilich nicht, denn die Hamburger, die ohne den privat verhinderten Sebastian Door und den erkrankten Mirco Albers angetreten waren, bewiesen Moral. Im oberen Paarkreuz haderte Kiryl Barabanov sowohl mit seinem als auch dem Spiel des Gegners Alexander Kellert, der mit klugen Aufschlägen und sicheren Rückhandaktionen den Rhythmus des weißrussischen MTV-Topmannes immer wieder störte – dennoch ging Barabanov mit 2:0 scheinbar komfortabel in Front. Der gute Kellert aber blieb stets in Reichweite und hatte - nicht zuletzt auch netzunterstützt – in der Verlängerung des Entscheidungssatzes knapp die Nase vorn. Philipp Flörke konnte derweil nur im ersten Satz dem Ex-Zweitliga-Mann Frank Sternal Paroli bieten (1:3), Michael Zibell egalisierte für die Hamburger durch ein letztlich sicheres 3:0 über Audrius Kacerauskas. Dank einer sicheren und hochkonzentrierten Leistung konnte dann Marek Janssen für den MTV die Weichen auf Sieg stellen: Den mit viel Vorschusslorbeeren vom HSV nach Poppenbüttel gewechselten Pascal Tröger ließ Janssen nie zur Entfaltung kommen, das sonst so gefährliche Störspiel des zweitligaerprobten Materialspielers verpuffte in drei schnellen Sätzen zugunsten des 20-jährigen MTVers. Florian Laskowski und Fabian Pfaffe machten anschließend mit Andreas Borszcz und Trainer Stephan Rauterberg, der sich selbst vor Spielbeginn als „nicht wirklich regionalligatauglich“ bezeichnet hatte, kurzen Prozess. Die Hamburger Ersatzleute wehrten sich zwar tapfer, Laskoswki und Pfaffe aber ließen keinen Satzgewinn zu und stellten auf 6:3. Im Spiel des Tages traf Jevers Einser Kiryl Barabanov auf den erfahrenen Frank Sternal, der nach verlorenem ersten Satz zulegte und vor allem dank seines starken Aufschlags zu vielen „einfachen“ Punkten und zur 2:1-Satzführung kam. Barabanov bäumte sich aber auf und erzwang den Entscheidungssatz, der an sportlicher Klasse und Spannung kaum zu überbieten war: Mit einem Kraftakt und starken Nerven sicherte sich Jevers Spitzenspieler den prestigeträchtigen Sieg im Duell der Einser, der zugleich die wichtige 7:3-Führung markierte. Zwar musste Flörke gegen den heute sehr effizienten Kellert ein 0:3 quittieren und auch Janssen bezog gegen Zibell ein 0:3, Audrius Kacerauskas aber hatte zwischenzeitlich in einer hochspannenden Partie mit 12:10 im fünften Durchgang gegen Tröger den achten MTV-Punkt erkämpft. Florian Laskowski erfüllte seine Pflichtaufgabe gegen Borszcz sehr sachlich und konsequent und vollstreckte zum 9:5-Gesamtsieg. Mit starken 12:6 Punkten überwintern die MTVer damit mindestens auf dem fünften Tabellenplatz der Regionalliga und weisen immerhin acht Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang auf – noch kein Grund zum Feiern, aber doch wichtiger Schritt zum Klassenerhalt und eine angemessene Belohnung für die erbrachten Leistungen. „Und das in der schwächsten Regionalliga aller Zeiten“, kann sich Florian Laskowski einen Seitenhieb nicht verkneifen: Nach der Spielklassenreform hatten vermeintliche Kenner der Szene die sportliche Qualität der Regionalliga Nord kategorisch in Abrede gestellt. Mit sehr starken Leistungen gegen nicht minder starke Gegner haben die MTVer zahlreiche Gegenargumente geliefert – und so soll es im neuen Jahr auch weitergehen. Schon am 10.Januar beginnt in Berlin-Düppel die Rückrunde.

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