MTV vor Ochsentour

Am Wochenende startet der Tischtennis-Regionalligist MTV Jever nach einer vielversprechenden ersten Saisonhälfte in die Rückrunde. Der Spielplan sieht einen Doppelspieltag vor, der das MTV-Sextett gleich auf eine echte „Ochsentour“ nach Berlin und Celle führt – ein enormer Aufwand, der idealerweise mit Punkten entlohnt wird. Personell sind die Friesländer gut durch die Winterpause gekommen und gehen in Bestbesetzung in beide Partien. Nach fast viermonatiger Rekonvaleszenz im Zuge seiner Ellbogen-Operation im September gibt anstelle von Audrius Kacerauskas nun auch Niko Marek sein mit Spannung erwartetes Comeback - und zugleich sein Saisondebüt. Der Rückhandspezialist hat wohldosiert trainiert und holte sich zuletzt beim Turnier in Empelde dringend benötigte Wettkampfpraxis. „Ich muss noch aufpassen, dass ich nicht zuviel mache“, so Marek zu seiner Vorbereitung. „Maximal drei Spiele pro Tag am Doppelspieltag gehen aber schon wieder.“ Und körperliche Fitness ist neben der zweifellos vorhandenen Portion Selbstbewusstsein die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Ost-Schleife nach Berlin-Düppel und Celle. Beide Gegner kamen in der Hinrunde in Jever gehörig ins Straucheln und werden an eigenen Tischen auf Wiedergutmachung brennen. Gerade der aktuelle Tabellendritte TTC Düppel hat sich für den Rückrundenauftakt am Samstag (13 Uhr) augenscheinlich viel vorgenommen. Dem Vernehmen nach liebäugeln die Berliner weiterhin mit dem Aufstieg in die 3. Liga, ein Einsatz ihres Topspielers Markus Lietzau ist auch deshalb durchaus wahrscheinlich. Ohne den Ex-Bundesliga-Spieler verlor Düppel im November in Jever knapp mit 9:6 – auch dank des überragenden Kiryl Barabanov, der nun wie auch Philipp Flörke im Spitzenpaarkreuz vom Ex-Langfördener Sebastian Stürzebecher und eben Lietzau herausgefordert wird. Kaum schwächer präsentiert sich die Berliner Mitte: Patrick Strahl und Polen-Import Radoslaw „Radek“ Zabski ließen in der Hinrunde ganze zwei (!) Niederlagen zu. Hier können Niko Marek und Marek Janssen ohne jeden Druck an die Tische gehen. Wie Niko Marek hat auch Janssen seine Hausaufgaben gemacht und mit einem Kurztrainingslager in Hude, an dem auch Fabian Pfaffe und Philipp Flörke teilnahmen, beste Voraussetzungen für einen Überraschungssieg geschaffen. Anfällig erscheinen die Gastgeber allenfalls im dritten Paarkreuz, das die Mannschaft mit jungen Spielern und Eigengewächsen vervollständigt. Nach der überzeugenden Hinrunde von Florian Laskowski und Fabian Pfaffe liegen hier Einzelsiege durchaus im Bereich des Möglichen. Keine 24 Stunden später und gut 250 km weiter westlich werden Trainer André Pfaffe und Co. am Sonntag (11 Uhr) von der Celler Boygroup erwartet. Gerne erinnert man sich in Jever an das denkwürdige 9:3 gegen Celle zum Saisonauftakt im September, der TuS aber wird nun auf Revanche brennen. „Die Celler spielen übrigens als einziger Regionalligist schon mit den neuen Plastikbällen“, erklärt Jevers Zweier Philipp Flörke – sicherlich ein kleiner Heimvorteil für den TuS. Nach einer eher durchwachsenen Hinrunde, die die Celler auf Rang sechs beendeten, rutschte der 15-jährige Shootingstar Tobias Hippler hinter den jungen Nils Hohmeier und Yannick Dohrmann an Position drei, Kurznoppenspieler Björn Ungruhe ist neuer Vierer vor Niklas Mathias und Tim Fricke, der neben Hippler als einziger Celler eine positive Hinrundenbilanz vorweisen kann. Die Umstellung lässt die Hausherren keineswegs schwächer erscheinen - ohnehin muss die MTV-Equipe spielerisch und kämpferisch erneut ans Limit gehen, um vielleicht einen Zähler zu entführen!

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