Pflicht und Kür für den MTV
Ganze fünf Tage des Trainings und der Regeneration bleiben dem zuletzt so starken Sextett des MTV Jever vor dem nächsten Koppelspieltag am Freitag und Samstag. Nach neun Wochen ohne Heimspiel darf der Tischtennis-Regionalligist dabei bereits am Freitag (20 Uhr)erstmals wieder an eigenen Tischen antreten. Gegner TTG 207 Ahrensburg/Großhansdorf steht mit 3:7 Punkten tief im Tabellenkeller und konnte bislang nur gegen die Kellerkinder aus Schwarzenbek und Poppenbüttel punkten. Spielertrainer und Mannschaftsführer Daniel Schildhauer weist als Spitzenspieler immerhin eine ausgeglichene Bilanz auf und stellt mit der Nummer zwei Karsten Willhöft ein spielstarkes Doppel, das in sieben Partien erst eine Niederlage bezog. Von den vier Neuzugängen Willhöft, Kai Enno Kleffel, Sven Brockmüller und Marc Mussäus konnte indes bisher nur der regionalligaerfahrene Kleffel aus der Konkursmasse des Hamburger SV mit 6:4 Siegen einigermaßen überzeugen. An Position sechs kam bislang stets der Jugendliche Jonathan Dietrich zum Einsatz und musste zuletzt reichlich Lehrgeld zahlen. „Am Freitag geht auf jeden Fall etwas“, schätzt Jevers Sechser Fabian Pfaffe die Ausgangssituation durchaus realistisch ein. Nach den „Big points“ in Schleswig-Holstein könnte mit einem couragierten Auftritt gegen die Ahrensburger der nächste Rivale im Kampf um den Ligaverbleib distanziert werden. Schon deutlich weniger wahrscheinlich ist ein Punktgewinn derweil in der Kür gegen den TTC Düppel, der als aktueller Spitzenreiter am Samstag (15.30 Uhr) in der Halle am Mariengymnasium vorstellig wird. Kurioserweise erwartete Teamchef Klaus Lietzau den als Oberliga-Zweiten aufgestiegenen TTC vor Saisonbeginn noch im Abstiegskampf. Nicht zuletzt dank Lietzaus Sohn Markus besetzen die Berliner aktuell aber den Platz an der Sonne, wenn gleich der ehemalige Bundesligaspieler und Ex-Nationalspieler als aktuelle Nummer eins nicht alle Spiele mitmachte. Das Herzstück der Düppeler bilden demnach der Ex-Langfördener Sebastian Stürzebecher (Nr. 2) sowie die starke Mitte mit Patrick Strahl und Polen-Import Radoslaw Zabski, die gemeinsam auf eine imposante 30:2-Bilanz kommen. Gerade Zabski ist nach neun Einzeln ohne Niederlage in Jever eigentlich mal „fällig“, die zuletzt gut aufgelegten Audrius Kacerauskas und Marek Janssen dürfen hier dennoch ohne jeden Druck antreten. Als anfällig erwies sich bisher das mit jungen Spielern besetzte untere Paarkreuz des TTC: Für die Eigengewächse Johannes Heise und Konstantin Kriese sowie Alexander Iskine, der schon mit Oker und Hattorf in Jever gastierte, stehen allesamt negative Bilanzen zu Buche. Insgesamt aber nimmt der MTV hier deutlich die Rolle des Außenseiters ein – damit fuhr das Team um Spitzenmann Kiryl Barabanov zuletzt nicht schlecht. Mit dem in Schleswig-Holstein gesammelten Selbstvertrauen und dem hervorragenden Teamgeist als großen MTV-Trumpf kann das Pfaffe-Team zuversichtlich in den Doppelspieltag gehen.